Über mich


Manuela Vogel

Eine wirklich coole Version:

 

Ich fing im zarten Alter von  2,5 Jahren an auf Bleistiften herumzukauen...doch bereits als Baby las ich die Bilderbücher, die meine schlauen Eltern am Kinderbettchen festgemacht hatten. Was für ein früher Start...ich wurde sozusagen hineingeworfen in die Weltliteratur. Ich verschlang bereits als Halbjährige Bücher, vorzugsweise aus Pappe, insbesondere an den Ecken...das muss geschmeckt haben wie die Reiskekse heute, aber ich konnte einfach nicht genug bekommen...keine Diät half. Die Hälfte meiner Kindheit verbrachte ich nahezu unbeweglich im Liegen mit der Nase in einem Buch.

 

Welten taten sich mir auf. In der Fantasie der Bücher reiste ich mit Marco Polo, erlebte Abenteuer mit Tom Sawyer, kämpfte an der Seite der 3 Musketiere, umkreiste in 80 Tagen die Welt und konnte nicht genug bekommen von Seeungeheuern,  Indianern, Recken und wilden Schwänen. Ich sammelte Märchenbücher  aus aller Welt bis ins Alter von 14 Jahren. Irgendwann kam der Übergang vom reinen Konsumieren zum Schreiben, ich vermute mit dem Erlernen der Schriftzeichen. Bald beherrschte ich das ABC aus dem FF und  lachte mich tot, wenn niemand verstand, das S A L Z keine Abkürzung eines Wortes war...ach, ich war noch so jung und unschuldig, direkt grün hinter den Ohren.

 

Zwischen Geburt und 14. Geburtstag fing ich an zu schreiben, und es gelang mir in der örtlichen Zeitung ein Gedicht unterzubringen und dafür sogar bezahlt zu werden. In der Folge wurde ein örtlicher Literaturverein auf mich aufmerksam und warb intensiv, aber erfolglos um mich. Nicht, dass ich nicht wollte, doch ich wollte frei arbeiten und mich von der Muse küssen lassen und nicht pro Woche eine festgelegte Anzahl von Werken produzieren...ich war doch ein Künstler, dachte ich entsetzt im Angesicht solch schnöder Vorstellungen kreativer Betätigung. So wurde also nichts aus meiner Karriere und ich versank im Nirvana der Bedeutungslosigkeit.

 

Jahr um Jahr verging, ich wurde älter, weiser, geläuterter, und floh aus Nimmerland ins Reich der Erwachsenen, in der man nur las, was wichtig war, in der Schnelllesen geleehrt wurde und kaum jemand außerhalb der Top 20 ein Buch kannte....nicht zu reden, von den elektronischen Spielereien wie eBook reader...und ich vergaß Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Kleist, Erich Kästner, Kurt Tucholsky,  Roald Dahl,  Ray Bradbury, Raymond Chandler, Arthur Conan Doyle, Karl May und Peter Hacks. Irgendwann hörte ich auch auf zu schreiben. Es gelang mir nicht mehr, die Leichtigkeit heraufzubeschwören, mit der ich früher schrieb, und andere Dinge wurden wichtiger.

 

Erst mit einer schweren Erkrankung sehnte ich mich wieder nach der Welt der Bücher, nach dem Geruch alter Schriften, dem Entziffern alter Handschriften, dem Entdecken von Schätzen in Antiquariaten und fand wieder Zeit zu schreiben. Und plötzlich gelingt mir wieder der Absprung in die Fantasie, ich merke, was ich wirklich mag (fantasievolle, gewaltlose Kinderliteratur, Humor in jeder Lebenslage, Wortspiele) und was mich beschäftigt (Kinder, meine Erkrankung, die Liebe, der Sinn des Lebens und das Meer )...und ich realisiere, dass das riesige Welten sind, über die ich schreiben kann...und seitdem rauscht es im Blätterwald meines Schreibtisches...gut, ich bin jetzt nicht die Stradivari unter den Dichtern, unter den Leuchten der Literatur bin ich wohl nur eine Glühbirne, aber es soll mal einer wagen mit Steinen aus seinem Glashaus zu werfen...ohnehin wollte ich nicht berühmt werden, ja, ich weiß, aber Goethe, mein großes Vorbild!!!

 

Um ehrlich zu sein, jemanden wie Goethe gibt es wohl nur ganz selten und eigentlich ist das auch ganz schön, denn dadurch macht es solch einen Spass, ihn immer wieder neu zu entdecken, auch so lange nachdem er nicht mehr unter uns ist...naja, also rein physikalisch ist er schon unter uns...ja, ja, Spaßbremse ;-)

 

Ich plädiere dafür, den kleinen Goethe zu entdecken, den, der in uns allen steckt, den, der abseits des Alltags innehalten kann für einen Augenblick, der den Moment in seiner Schönheit erkennt, der von Herzen liebt, sich nach Erkenntnis sehnt und der ist wie ein kleiner Schmetterling und wenn wir ganz viel Glück haben, lässt uns jeder so einen kleinen Schmetterling zurück, einen Spruch, ein Gedicht, ein Märchen, eine Geschichte, und die Welt macht es so viel schöner, wenn man ganz viele Schmetterlinge hat, die jeder für sich ist wie der Mensch, der uns diesen Schmetterling geschickt hat...mag er auch vergehen, der Schmetterling irgendwann verschwinden. Es bleibt der Gedanke, dass er einmal da war und vielleicht, eines Tages in ferner Zukunft (die ich mir anders vorstelle als in Fahrenheit 451) taucht irgendwo jemand auf, und sammelt diese Schätze der Menschheit, jedes einzelne Blatt Papier, in einer riesigen Bibliothek, einer echten wie in Alexandria in der Antike...letztendlich gibt es ja auch den Schmetterlingseffekt, und wer weiß, was ein Schmetterling bewirken kann...in diesem Sinne hoffe ich, weitermachen zu können und auch euch überzeugen zu können, eure Schmetterlinge für uns alle frei zu lassen....