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Herzensmensch

Mit diesem Gedicht hab ich echt gerungen. Ein unerwarteter Abschied von einem lieben Menschen bewegt sehr. Ich hoffe, ich habe die richtigen Worte gefunden. 

 

Ein Wolkenband durchzieht

in Bahnen helles Licht.

Der Mais steht schon honiggelb

Ich such und find Dich nicht.

 

Ich suche überall nach Dir,  

bis Dunkelheit anbricht.

Erst am Dorfrand wird´s mir klar

und schließlich find ich Dich.

 

Im Schatten liegt dein Grab.

Verzeih, ich wußt ´es nicht.

Das Grab ist moosbewachsen.

Die Inschrift ist nur schlicht.

 

Ich schwimme in Erinnerungen

Tauche in Gefühlen,

die beide mich auf ihre Art

im tiefsten Herz aufwühlen.

 

Noch einmal denk ich dran zurück,

wann ich Dich zuletzt sah.

der Flieder blühte weiß,

es werden zwanzig Jahr´.

 

Trauer schnürt das Herz mir ab

mit tausend engen Schlingen.

Mit allergrößter Kraft

muss ich um Fassung ringen.

 

Leise drehe ich mich um,

und gehe langsam fort

und schaue nicht zurück

und sage nicht ein Wort.

 

Es gibt kein Wiedersehen.

Es gibt nichts mehr zu sagen,

außer: ich werde dein Bild

für immer in mir tragen.

 

Schlaf gut, du lieber Herzensmensch,

im Schatten alter Buchen.

Bald schon, bald

komm ich Dich besuchen.

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Maria (Sonntag, 15 Juli 2018 23:37)

    Hi,
    ein sehr schönes, sehr emotionales Gedicht!! Ja, es gibt Menschen, die einen Stempel auf dem Herzen hinterlassen!
    Dazu fällt mir ein Spruch einer lieben alten Dame ein, die leider auch schon gegangen ist: „weint nicht, dass ich fort bin. Freut euch, dass wir so schöne Zeiten hatten!“ � liebe Grüße

  • #2

    Matze (Samstag, 18 August 2018 16:03)

    Und schon wieder bin ich einfach sprachlos. Da habe ich 5 Jahre in Stralsund gelebt, Tür an Tür, und lerne Dich jetzt erst richtig kennen. Warum mußte ich erst danach fragen(?). Warum konnte / dürfte ich nicht schon vorher / früher an Deiner Welt teilhaben(?).