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An den Leser

 

Dieses Gedicht ist lustig geschrieben, es steckt aber auch ein Körnchen Wahrheit darin. Ein jeder, nicht nur ein  Dichter, will für seine Arbeit gelobt werden, nur ist der Dichter manchmal eitler, weil ungleich anderen Berufen sich die Worte manchmal nicht fangen lassen, man zwar die Idee hat, aber die Worte nicht findet. Gelingt es dann doch, und das passiert eigentlich nur an besonderen Tagen nach meiner Erfahrung, ist man so stolz auf sich, es geschafft zu haben, dass man nicht anders kann als die Welt darauf hinzuweisen und da einem Dichter immer unterstellt wird wie allen Künstlern im übrigen, sie arbeiteten von 12 bis mittags, so muss ich leider richtigstellen, dass das nicht immer stimmt. Oftmals arbeiten wir auch von mittags bis 12. Und kämpfen mit den Worten wie David mit Golliath, nur nicht immer so erfolgreich. Wie dem auch sei, hier ist des Schöpfers Hinweis an seine Leser...

An den Leser

 

Wenn Worte sich um Plätze streiten,

Formulierungen Zerbrechen bereiten,

wenn manches sich nicht reimen will,

obwohl es doch der Dichter will,

wenn Kommas sind wie heisse Sporen,

die sich im Dickicht oft verloren,

wenn der Satzbau nicht mehr stimmt,

obwohl man ihn nach Regeln trimmt,

dann ist es des Dichters Zeit-

und weil er mit den Zeilen rang,

bis ihm das Werk dann doch gelang,

so sei der Leser darauf hinzuweisen,

das Künstlerwerk doch hoch zu preisen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Birgit (Dienstag, 02 Oktober 2018 17:42)

    Einfach nur toll, Manu !

    Du bist wahrlich eine Dichterin, die mit Herzblut schreibt !